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Nicht nur wegen seiner Verwaltung u. der weltberühmten schwanzlosen Katzen stellt die mitten zwischen England, Irland u. Schottland in der Irischen See gelegene Insel Man ein Unikat dar. Denn nachdem Irland im Westen längst anglisiert war, hielt sich auf der nach dem irokeltischen Meeresgott Manannan benannten Insel bis Anfang der 70er Jahre ein gälischer Dialekt, der aufgrund seiner Isolation vom irischen u. schottischen Gälisch etwas abweicht, nicht zuletzt auch wegen der anglisierten Orthographie, während das Gälisch der Iren u. Schotten seine Schreibweise weitgehend beibehielt. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts erwies sich Man als Fundgrube für Folkloristen. Clague u. die Gebrüder Gill veröffentlichten bereits 1896 ihre Manx National Songs, u. auch in Peter Kennedys epochalem Folk Songs Of Britain And Ireland wird die Isle of Man gebührend berücksichtigt. Vom Celtic Folk-Revival wurde dieses Kleinod jedoch lange Zeit stiefmütterlich behandelt, obgleich Dubliner Bands wie Oisín bereits Ende der 70er Jahre vereinzelt Lieder in Manx interpretierten. Kein Wunder, sind diese von besonderem melodischen Reiz u. getragener Melancholie. Auch die wenigen erhaltenen Tanztunes, traditionellerweise auf der Fiddle gespielt, erreichen nie das Tempo irischer Jigs u. Reels. In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts erlitt die keltische Kultur von Man schließlich das Schicksal vieler kulturell differenter Regionen ohne starke öffentliche Repräsentanz. Sie starb weitgehend aus. Erst das Erstarken des Celtic Folk-Revival, also die zunehmende Beschäftigung mit u. Weiterentwicklung von traditioneller Musik aus Irland, Schottland u. der Bretagne veranlasste einige Individualisten von der Insel den Anschluss an dieses Revival auf eigene Faust in Angriff zu nehmen. Die heute bekanntesten Interpretinne von der Insel Man sind Christine Collister (siehe Clive Greggson & Christine Collister), welche freilich mit traditioneller Musik weniger am Hut hat, u. Emma Christian, welche Anfang der 90er Jahre mit ihren melodiesschönen u. eleganten Beiträgen zum Sampler Celtic Voices internationales Aufsehen erregte. Nach einer notwendig puristischen Phase ist Emma Christian gerade dabei, ihr kulturelles Ausgangsmaterial durch moderne Instrumentierung eine unserer Zeit gerecht werdende Formensprache zu übertragen.
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